Picture Contrast Technology
Ein Bild besteht aus mehr als einem Farbton. Betrachtet das Auge mehr als einen Farbton gleichzeitig, so wird es automatisch durch deren Unterschiede beeinflusst und irritiert. Statt Unterschiede kann man auch Kontraste sagen. Kontraste bestimmen die Wahrnehmung von Farbverschiebungen im Bild. Jedes Bild ist ein Gefüge aus Kontrasten, z.B.
Farben Kontraste, Hell-Dunkel Kontraste, Formale Kontraste, Simultan Kontraste
Die Bildanalyse "Picture Contrast Technology" zeigt auf, wie der Mensch Farbabweichungen an verschiedenen Bildtypen empfindet und führt zur Erkenntnis, dass Schwankungen im Druckprozess und in der Reproduktion zuerst als Verschiebungen der Farbbalance im Mitteltonbereich sichtbar werden. Änderungen der Farbbalance im Druck entstehen durch gegenläufige (divergierende) Abweichungen in den Tonwertzunahmen der drei Prozessfarben CMY. Andere Einflussgrössen wie die Bildgradation (Helligkeit) oder der Gesamtkontrast (Sättigung) werden weniger stark wahrgenommen.
Je stärker die Bildkontraste, desto weniger empfindlich ist für den Betrachter die Reproduktion in Bezug auf Farbschwankungen und desto grösser dürfen die Toleranzen für Farbschwankungen gesetzt werden, bis die Akzeptanzfrage auftaucht.
Bei Bildern mit schwachen Kontrasten hingegen reagiert die menschliche Farbwahrnehmung empfindlicher auf Farbabweichungen und deshalb ist die Toleranzgrenze für Farbschwankungen viel geringer, bis die Akzeptanzfrage auftaucht.
Aus diesem Grund ist die Farbmetrik mit Delta E*ab als Mass für empfundene Farbunterschiede im Bilddruck obsolet. Farbmetrik ist prozessblind und bildfremd.
Die System Brunner Bildkontrast-Klassen
Praktiker wissen aus Erfahrung, dass es Bilder gibt, die viel einfacher abzustimmen und zu drucken sind als andere. System Brunner hat Bildkontraste erstmals quantitativ untersucht und Bilder nach Kontrast-Klassen unterschieden.
Die Bildkontrastlehre hilft der Druckerei, gegenüber dem Auftraggeber aufzuzeigen, dass sichtbare Unterschiede zwischen Andruck und Auflagedruck noch kein allgemeingültiges Qualitätsurteil begründen, sondern bildabhängig sind.
System Brunner Bildkontrast-Klassen
Klasse 0
Homogene, dreifarbig aufgebaute Flächen; In der Offsettechnik nicht ohne sichtbare Abweichungen zu verarbeiten.
Toleranzgrenze liegt innerhalb des Zentrums im HEXAGON
Klasse 1
Bilder mit geringen Kontrasten, welche vorwiegend graue und braune Töne umfassen; auch grossflächige Hautabbildungen.
Die Frage der Akzeptanz tritt bei Schwankungen der Farbbalance im Mitteltonbereich von +/- 2% auf.
Toleranzgrenze liegt innerhalb des ersten Kranzes im HEXAGON
Klasse 2
Bilder mit mittleren bis starken Kontrasten; Mehrzahl der Vorlagen / Bilder
Die Frage der Akzeptanz tritt bei Schwankungen der Farbbalance im Mitteltonbereich von +/- 4% auf.
Toleranzgrenze liegt innerhalb des zweiten Kranzes im HEXAGON
Klasse 3
Bilder mit sehr starken Buntkontrasten
Die Frage der Akzeptanz tritt bei Schwankungen der Farbbalance im Mitteltonbereich von +/- 6% und mehr auf.
Toleranzgrenze liegt innerhalb des dritten Kranzes im Hexagon






